Schon der erste Kegelabend sollte für unseren Bruder Ralf richtungsweisend sein:
Schnell hatte er seinen Spitznamen weg. Durch ein Missverständnis wurde der Name
Waldää (Walter) aufgeschnappt. Beinahe wäre er am gleichen Abend als Mitglied mit der kürzesten Vereinszugehörigkeit in die Geschichte eingegangen. Beim ersten Belastungs-EKG (Stiefeltrinken) verweigerte er nach
zähem Kampf kurz vor dem Abschluss.
Mittlerweile zählt er zu den Aktivposten und ist unseren Youngsters ein gutes Vorbild.
Wenn man von Waldää spricht, muss man auch seine Talente erwähnen. Als
Vereins-Hemmingway zeichnet er für viele lekketäsch-Texte verantwortlich und treibt seinen Kameraden mit spitzzüngigen Formulierungen Tränen in die Augen.
Die katzengleiche Flinkheit als Torwart in der Fußballmannschaft der Sparkasse kann
er allerdings auf der Kegelbahn nicht immer zu seinem Vorteil nutzen. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, die Hände jedes Kollegen - der betrunken genug ist, sich darauf einzulassen - in einer Art
Reaktionsschnelligkeitsspiel zu rohem Fleisch zu schlagen. Die anfängliche Euphorie seiner Herausforderer ist mit den Schmerzen nach und nach abgeklungen, so dass es seit geraumer Zeit keine Herausforderer mehr
gibt.
Vielleicht sind diese „groben“ Hände auch der Grund dafür, dass er sich im Umgang
mit Computern teils recht ungeschickt anstellt. Dass er jedoch den letzten PC-Virus mit Penicillin behandeln wollte, ist ein böses Gerücht.
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